Champagne emissionsfrei über den Atlantik geliefert

Die Champagne-Region testet die erste emissionsfreie Transatlantik-Frachtroute

Der deutsche Segelschoner Avontuur, der am 6. August in La Rochelle Segel setzte, wird in diesen ersten Oktobertagen im kanadischen Montreal erwartet. Diese neue Möglichkeit umweltschonender Seefracht zwischen Europa und Nordamerika könnte die erste erdölfreie Frachtroute zwischen der Champagne und Überseezielen werden. Der Transport an Land erfolgt dabei mit elektrischen oder gasbetriebenen Fahrzeugen auf Straßen oder Schienen.

Der Comité Champagne und die kanadische Logistikgruppe Portfranc sind die Partner und Vordenker dieses Projekts, das die Verladung von Champagne-Weinen auf einem Segelfrachter initiierte, um umweltverträglichere Transportwege für Champagne-Exporte außerhalb Europas zu testen.

Schon seit Beginn der 1980er Jahre setzt die Ursprungsregion Champagne aktiv Projekte um, die ein umweltverträglicheres Wirtschaften ermöglichen. 2003 war die Champagne die erste Weinbauregion der Welt, die für den gesamten Wirtschaftszweig den CO2-Fußabdruck errechnete und einen Plan entwickelte, diesen durch innovative Lösungen zu reduzieren: So wurde das Gewicht der Champagne-Flaschen um sieben Prozent reduziert und viele Projekte in den Bereichen nachhaltiger Weinbau, Transport & Logistik, Energieeffizienz von Gebäuden und klimaverantwortlicher Einkauf auf den Weg gebracht. In nur zehn Jahren gelang so eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 15 Prozent pro ausgelieferter Flasche. Die Region verfolgt jedoch ehrgeizigere Ziele und ist entschlossen, durch weitere Anstrengungen bis 2025 das Zwischenziel in Höhe von 25 Prozent zu erreichen. Langfristiges Ziel für das Jahr 2050 ist eine CO2-Reduzierung von 75 Prozent.

Der Transport von Champagne-Flaschen trägt mit zehn Prozent zur CO2-Belastung der Champagne-Wirtschaft bei. Ein sehr hoher Anteil der Champagne-Sendungen an außereuropäische Kunden (43 Prozent der Gesamtexporte) wird per Seefracht geliefert. Obwohl dieser Lieferweg im Vergleich zur Luftfracht schon eine deutlich günstigere Umweltbilanz erreicht, kann diese durch mehr verfügbare grüne Transportmethoden noch weiter verbessert werden.

Dieses Projekt wird durchgeführt, um das Potenzial einer umweltorientierten, nachhaltigen Lieferkette zur weiteren Verbesserung der CO2-Bilanz der Champagne zu analysieren.