Irischer Whiskey erlebt eine Renaissance

Vom Weltmarktführer in die Bedeutungslosigkeit und der lange Weg zurück
Veröffentlicht im Juni 28, 2019, 6:28 pm
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Gerade hat mit Roe & Co wieder eine neue Whiskey-Destillerie in Dublin ihre Pforten geöffnet. In Irland gibt es nun 25 Brennereien und zahlreiche weitere sind in Planung oder im Bau – Irish Whiskey boomt und der Trend zeigt steil nach oben. Irland ist die Heimat des Whiskey – nur echt mit dem „e“ in der Schreibweise. Im 6. Jahrhundert haben Mönche auf der Insel das „Wasser des Lebens“ unter dem irischen Namen „uisce beatha“ erfunden.

Im 19. Jahrhundert war Irland Weltmarktführer und Dublin das globale Zentrum der Whiskeyherstellung. In den Glanzzeiten Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auf der Insel 88 Destillerien, die jährlich mehr als 100 Millionen Liter produzierten. Als Folge der Prohibition in Amerika, des Handelsembargos der Engländer und neuer Destillationsverfahren bröckelte die Vormachtstellung des Irish Whiskey. Mitte der 1980er-Jahre gab es dann nur noch zwei Brennereien in Irland, der Absatz des Irish Whiskey war weltweit auf unter 1 Prozent gesunken.

Noch 2010 existierten lediglich vier Brennereien in Irland, seitdem erlebt der Irish Whiskey eine Renaissance. Der Absatz der irischen Destillerien hat sich von 72 Millionen Flaschen in 2010 auf 130 Millionen Flaschen in 2018 nahezu verdoppelt. 2018 wurden in Deutschland 4,4 Millionen Flaschen irischen Whiskeys verkauft (plus 9 Prozent gegenüber 2017). Die beliebtesten Marken in Deutschland sind Marktführer Tullamore D.E.W., Jameson, Kilbeggan, Bushmills und Connemara. Bei Irland-Touristen – und davon kamen im vergangenen Jahr mehr als 11 Millionen auf die Insel – sehr beliebt sind die Touren durch die Brennereien. 2018 kamen 923.000 Besucher, davon 8 Prozent aus Deutschland. Die Millionen-Marke wird in diesem Jahr gebrochen.