Gesegnete Lese im Nonnberg: VDP.Winzer Reiner Flick erntet mit Dernbacher Schwestern Wein für guten Zweck

Auf 700 limitierte Jubiläumsflaschen Spätlese

4 mins [post-views]

Winzer Reiner Flick hat sich in diesem Jahr ganz besondere Erntehelferinnen in seinen „Nonnberg“ geholt: Die Dernbacher Schwestern. Ordensschwestern im Weinberg – was früher Gang und Gäbe war, sorgt in Flörsheim-Wicker für Aufsehen. Denn die Schwestern ernten mit Reiner Flick Trauben für ein ganz besonderes Weinprojekt, dessen Erlös Straßenkindern in Nigeria zu Gute kommen wird.

Die Idee

2018 ist für das VDP.Weingut Joachim Flick etwas ganz Besonderes: Erst vor Kurzem feierten über tausend Gäste mit Reiner Flick und seinem Team das 700-jährige Jubiläum der Straßenmühle in Wicker – der Heimat des Weinguts. Dieses Jubiläum wurde von den Gästen mit so viel Begeisterung, Wertschätzung und Herzlichkeit gedankt, dass sich Reiner Flick und seine Partnerin Eva Thull kurzerhand überlegt haben, etwas zurückzugeben. Aus diesem ersten Impuls heraus suchte Reiner Flick das Gespräch mit dem ortsansässigen Pfarrer Sascha Jung und den Dernbacher Schwestern, deren Gründerin Maria Katharina Kaspar am 14. Oktober 2018 heiliggesprochen wird. Die Schwestern sind heute im Besitz des Kloster Tiefenthals – eben jenem Kloster, das früher den „Nonnberg“ bewirtschaftete. Als Klosterweinberg wurde die Lage erstmals im Jahre 1281 erwähnt. Somit zählt er zu den ältesten Weinbergen im Rheingau und ist eine der beiden heutigen Monopollagen des VDP.Weinguts.

Reiner Flicks Idee, um die historische Verbindung zwischen Schwestern und Weingut mit einer Wohltätigkeitsaktion im Nonnberg zu verknüpfen, war einfach: Gemeinsam einen Riesling kreieren, wie er schon vor 100 Jahren hätte entstehen können. Von der Handlese bis zur antiken Traubenmühle. Ausgebaut wird der „Nonnberg DS“ (für Dernbacher Schwestern) in kleinen 500 Liter Fässern. Die Menge ist auf 700 Jubiläumsflaschen Spätlese limitiert. Der Wein wird gegen Ende 2019 auf den Markt kommen und mindestens 50,- EUR pro Flasche kosten – den gesamten Erlös spendet Reiner Flick an ein Projekt der Dernbacher Schwestern für Straßenkinder in Nigeria. Hier geht es insbesondere um verstoßene, behinderte Mädchen, die von den Schwestern im Schutzengelheim in Mgbele betreut werden.

„Die Geschichten der Kinder haben mich sehr berührt“, sagt Reiner Flick.

Selbst Vater zweier erwachsener Töchter ist er sich bewusst, welches Privileg seine bzw. viele Kinder in seinem familiären Umfeld haben:

„Eingebettet in ein gutes Zuhause und mit beinahe allen Unterstützungsmöglichkeiten erfahren sie seit ihrer frühen Kindheit Geborgenheit, Liebe und Bildung. Davon möchte ich gerne etwas weitergeben“, so Flick weiter.

Über das VDP.Weingut Joachim Flick
Reiner Flick baut auf einer Rebfläche von knapp 20 Hektar hauptsächlich Riesling und Spätburgunder an. Die Spitzenlagen des Rheingauer VDP.Weinguts sind der Wickerer Nonnberg (Monopollage), der Hochheimer Königin Victoriaberg (Monopollage), der Mönchsgewann und die Hochheimer Hölle für Weißweine sowie der Wickerer Stein für Rotweine.

Familie Flick betreibt seit 1650 Weinbau in Wicker zwischen Frankfurt und Wiesbaden. Johann Pillippo Flick pflanzte vor neun Generationen die ersten Reben der Familie. Im Jahr 1973 machte Joachim Flick den Weinbau schließlich zum Vollerwerb und wurde damit auch zum Namenspatron. 1992 übernahm sein Sohn Reiner das Weingut und baute es zu seiner heutigen Größe aus. Er bezog 1997 die Straßenmühle in Wicker und gab dem Weingut somit eine neue Heimat mit einer bewegten, 700jährigen Geschichte.