Gold für Adnams Triple Malt Whisky

IWSC 2018
Veröffentlicht im August 16, 2018, 11:17 am
12 mins

Bei der diesjährigen International Wine and Spirit Competition (IWSC) wurde der Triple Malt Whisky der Adnams Copper House Distillery mit Gold ausgezeichnet.

Adnams Triple Malt Whisky

Der Spirituosenwettbewerb IWSC findet jährlich statt und wurde bereits 1969 von Anton Massel, einem deutsch-britischen Önologen (Kellerwirt), gegründet. Mittlerweile nehmen jedes Jahr Spirituosen aus über 90 Ländern teil und werden von mehr als 400 Experten weltweit über einen Zeitraum von 7 Monaten bewertet.

Die Jury der IWSC 2018 beschreibt den Triple Malt Whisky als „eine Geschichte von zwei Gärten: zum einen ein wohlduftender und blumiger Garten eines ländlichen Cottages; zum anderen ein Garten voll mit reifem Gemüse und Kräutern, bereit für die Ernte. Am Gaumen wirkt er pikant und pfeffrig in Kombination mit Ahornsirup und frischem Blütenhonig.ʺ

Das besondere Merkmal des Whiskys ist, dass er aus 3 gemälzten Getreidesorten hergestellt wird: 60% Weizen, 30% Gerste und 10% Hafer. Die drei Getreidesorten werden zusammen zur Maische verarbeitet, um daraus das Destillat für den Whisky zu gewinnen. Die Lagerung erfolgt für 5 Jahre in neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche, um eine ausdrucksstarke, intensive Mischung aus Kokos und Schokolade zu erhalten. Das Aroma gibt sich komplex mit Gewürzen, Kokosnuss und getoasteter Eiche, Zitrusfrucht und süßem Honig. Die drei Getreidesorten spiegeln sich auch im Geschmack wider: der Weizen sorgt für extra viel Weichheit; die Gerste fügt Noten von Röstaromen, Toffee und Cerealien hinzu und der Hafer macht den Whisky cremig und reichhaltig.

Adnams Triple Malt Whisky ist ein wirklich einzigartiges Produkt, für das drei gemälzte Getreidesorten zum Einsatz kamen. Er ist vermutlich sogar der erste Whisky dieser Art!

Diese aufregende Spirituose ermöglicht es dem Adnams-Team, rund 140 Jahre Erfahrung mit Brauen und Destillieren in das Produkt einfließen zu lassen. Fachwissen trifft auf ein beachtliches Erbe und innovative, eigens entwickelte Produktionsabläufe. Abgerundet wird das Ganze durch Weizen, Gerste und Hafer. Adnams haben ein Experiment gewagt und die drei Getreidesorten miteinander vermischt, um mit einer ganz besonderen Maische einen Triple Malt Whisky zu kreieren. [WICHTIG: Es handelt sich hier nicht um einen Blend aus drei Single Malt Whiskys, sondern um einen Blend aus drei gemälzten Getreidesorten!]

Basiert auf 60 % Weizen, 30 % Gerste und 10 % Hafer. Der Weizen sorgt für extraviel Weichheit; die Gerste fügt Noten von Röstaromen, Toffee und Cerealien hinzu; und der Hafer macht den Whisky cremig und reichhaltig.

Farbe: tiefes Gold

Vol.: 47 % vol. – 700 ml

Alter: NAS (keine Altersangabe)

Fasstyp: neue amerikanische Eichenfässer mittelstark ausgebrannt

Hefe: die einzigartige, 70 Jahre alte Hefekultur von Adnams (seit 1943 genutzt)

Filtration: keine Kältefiltration

Verkostung: “In neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche gereift, um eine ausdrucksstarke, intensive Mischung aus Kokos und Schokolade zu erhalten. Das Aroma gibt sich komplex mit Gewürzen, Kokosnuss und getoasteter Eiche, Zitrusfrucht und süßem Honig.” John McCarthy, Adnams Head Distiller

Servieren: “Am besten pur mit einem Tropfen Wasser, wobei ich ihn gern für das Mixen eines Manhattan Cocktails mit Triple Malt Whisky, Angosturabitter und einem Schuss süßem Wermut verwende.” John McCarthy, Adnams Head Distiller

Aroma: Das Aroma gibt sich komplex mit Gewürzen, Kokosnuss und getoasteter Eiche, Zitrusfrucht und süßem Honig.

Geschmack: In neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche gereift, um eine ausdrucksstarke, intensive Mischung aus Kokos und Schokolade zu erhalten.

Finish: Lang und zufriedenstellend.

Dazu passt: Geräucherter Käse – aber nicht nur!

Schlüsselbegriffe & zusätzliche Informationen

Weizen – gemälzter Weizen

Die Verwendung von Weizen in der Maische liefert ein Ergebnis, das milder ist als bei Roggen und nicht so süß wie bei Gerste. Die Getreidesorte sorgt für angenehme Noten von Gras und Getreide oder Vollkornbrot mit Honig. Wenn getrunken, kann Weizen gleichzeitig erdige, mineralische und leicht süßliche Züge entfalten. Man geht generell davon aus, dass Weizen zu einer „weicheren“ Spirituose verhilft, als der feurige Roggen.

Gerste – gemälzte Gerste

Zum Kennenlernen für Whisky-Einsteiger ist traditioneller Single Malt die beste Wahl. Er wird schon seit Langem in Schottland und Irland produziert, aber zunehmend auch in Japan und Australien – sowie nun sogar in England! Unabhängig davon, wo Single Malt hergestellt wird, verlässt er sich stets ausschließlich auf eine Maische aus Gerste. (Amerikanischer Single Malt stellt eine Ausnahme dar, denn bei ihm sind lediglich 51 % Gerste vorgeschrieben.) Hafer – gemälzter Hafer

Haferflocken sorgen für einen weicheren Geschmack und verleihen dem Whisky etwas cremiges sowie dichtes. Hafer kann außerdem zu einem subtil fruchtigen Beiklang führen. Diese Getreidesorte eignet sich prima zum Ergänzen der Maische, um eine nicht erwünschte Härte oder Strenge zu vermeiden.

Nicht kältefiltriert

Unser hoher Alkoholgehalt von 47 % vol.* erlaubt es uns, auf eine Kältefiltration zu verzichten.

Das stellt sicher, dass die durch die Herstellung in Handarbeit in geringen Mengen (small batch) gewonnenen Aromen und Texturen auch im Endprodukt erhalten bleiben.

* Der höhere Alkoholgehalt gewährleistet, dass die natürlichen Proteine in der Flüssigkeit bleiben, weshalb eine Filtration nicht notwendig ist.

Malzschrot (grist)

Dies ist der Fachbegriff, den die Brauer für Mahlgut (gemahlenes Getreide) verwenden.

Darunter versteht man auch die Kombination aus gemahlenem Getreide, das für ein bestimmtes Gebräu genutzt wird. Der Begriff leitet sich vom Wort „mahlen“ (grind) ab.

Maischen

Beim Maischen wird das vergorene Malzschrot mit heißem Wasser vermischt und erhitzt, um die Zuckermoleküle aus den vorhandenen Proteinen herauszulösen.

Maische

Als Maische bezeichnet man das Gemisch von Wasser und den Anteil am jeweiligen Getreide für die Herstellung von Whisky. In der Regel setzt sie sich aus Gerste und eventuell weiteren Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Mais, etc. zusammen.

NAS – No Age Statement (keine Altersangabe)

No Age Statement (mit NAS abgekürzt) bezieht sich auf alle Whiskys, bei denen auf der Verpackung keine Altersangabe gemacht wird. Die Ansicht, dass das Alter automatisch auf die Qualität schließen lässt, ist fehlerhaft, denn es gibt diverse andere Faktoren, die sich auf den endgültigen Geschmack und den Reifegrad von Whisky auswirken. So führt z. B. die Verwendung von neuen Eichenfässern zu einem schnelleren Austausch bzw. Übergang von Geschmack und Farbe; die Nutzung von kleinen Eichenfässern resultiert in einem intensiveren Holzkontakt der Spirituose und macht daher eine kürzere Lagerung möglich. Adnams Whisky reift mindestens fünf Jahre in neuen Fässern aus französischer Eiche, was zu einem ähnlichen Charakter und einer ähnlich hohen Qualität wie bei Whisky mit einem höheren Age Statement führt.

Amerikanische Eiche (Quercus alba)

Diese Holzart wird erst seit Ende des Zweiten Weltkriegs in der Whiskyindustrie genutzt. Zu jener Zeit verabschiedeten eine Küfer-Gewerkschaft (aus Fassherstellern) und Anwälte ein Gesetz, das vorsah, dass alle amerikanischen Whiskeys in neuen Holzfässern gelagert werden mussten. Man entschloss sich zu diesem Schritt, um die während der Prohibition in den 20erund 30er-Jahren in eine Krise geratene Küfer-Industrie zu fördern. Das Gesetz resultierte in einem massiven Anstieg an erhältlichen Fässern. Die Bourbon-Whiskey-Industrie in den USA erholte sich langsam von der Prohibition und die Schotten und Iren begannen damit, die amerikanischen Fässer für die Lagerung ihrer Whiskys zu verwenden. Das lag sowohl am Preis als auch an dem großen Angebot an Bourbonfässern im Vergleich zu den traditionellen Sherryfässern, die immer weniger und immer teurer wurden.

Amerikanische Eiche gilt als perfekter Werkstoff für die Fertigung von Whiskyfässern, da die Bäume schnell wachsen und gerade Stämme aufweisen. Das gewährleistet hochwertiges Holz mit einem hohen Grad an Vanillin. Des Weiteren gilt die Fassgröße der produzierten Fässer (mit ASB als American Standard Barrel gekennzeichnet) als optimal für die Reifung von Whisky, da das Verhältnis von Flüssigkeit zu Holzfläche im Fassinneren ideal ist. All das hat dazu geführt, dass heutzutage fast 90 % aller Whiskys auf der ganzen Welt in einem ehemaligen Bourbonfass aus Amerika lagern.

Anders als ein Großteil der schottischen Whiskyindustrie nutzt Adnams keine gebrauchte Bourbonfässer aus zweiter Hand, sondern neue Fässer aus amerikanischer Weißeiche (aus Bordeaux) für die Lagerung des Whiskys. Die Nutzung von neuen Fässern bietet den Vorteil, dass dem Whisky ein Höchstmaß an Geschmack und Charakter verliehen werden kann.

Typische Aromen einer Reifung in amerikanischer Eiche sind u. a: Vanille, Honig, Nuss (Kokosnuss, Mandel, Haselnuss), Butterscotch, Fondant, Gewürze (Ingwer).

Mittelstark ausgebrannt/ausgekohlt

Während der Fertigung von Fässer werden die Innenseiten üblicherweise ausgekohlt bzw. ausgebrannt – entweder über einem offenen Feuer oder über einem Ofen. Dieses sogenannte Toasting mildert die im Holz enthaltenen Tannine und verändert die Geschmacksnoten, die theoretisch von dem Fass an die Spirituose weitergegeben werden können. Aus rauem, rohem Holz wird beispielsweise eine Note von Gewürzen oder Vanille. Das Ausbrennen von Eichenfässern hilft dabei, Vanillin aus der Zellulose des Holzes freizusetzen. Es gibt verschiedene Stärkegrade, wie sehr ein Holzfass ausgekohlt wird; sie rangieren von leicht bis stark. Dieser Grad wirkt sich auf die Beeinflussung durch das Fass aus: Je stärker das Fass ausgekohlt wurde, desto intensiver sind die Fassnoten. Adnams hat sich für mittelstark ausgebrannte Eichenfässer entschieden, um eine tolle Balance zwischen den Fassnoten und den Aromen der Spirituose zu erhalten.