Die Marke „José L.Piedra“

Verstärkt im Fachhandel angeboten
Veröffentlicht im Februar 17, 2019, 4:20 pm
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Wie nicht wenige Tabakfamilien, stammt auch die Piedra-Familie aus der spanischen Provinz Asturien und kam etwa in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts nach Cuba.

Sie ließen sich in der Region Remedios nieder, einem bedeutenden Tabakanbaugebiet in der Vuelta Arriba, östlich von Pinar del Rio. Seit dem 16. Jahrhundert wird dort Tabak angebaut. Der Wohnsitz der Familie befand sich in der Nähe der Stadt Santa Clara.

Die „José L.Piedra-Manufaktur“, benannt nach ihrem Gründer José Lamadrid Piedra, wurde 1880 eröffnet. Andere Quellen datieren die Eröffnung auf das Jahr 1896. Diese Manufaktur befand sich in Remedios. Ende des 19. Jahrhunderts war die Marke die bekannteste cubanische Marke außerhalb Havannas.

José Lamadrid Piedra war wohl ein sehr arbeitsamer Mensch. Man sagt, er pendelte ausschließlich von seinem Haus zu seiner Manufaktur und von seiner Manufaktur zu seinem Haus. Ihm gelang es mit Anstrengung und Ehrgeiz, sich am Markt zu etablieren. Er, und in seiner Nachfolge sein Neffe José L. Piedra II. und dessen Sohn José L. Piedra III., setzten dabei auf zwei Strategien: einerseits produzierte man für den immer weiterwachsenden, lukrativen Zigarettenmarkt, andererseits stellte man einige sehr beliebte Vitolas her und bot diese zu günstigen Preisen auf dem einheimischen Markt an.

José L.Piedra

José L.Piedra

Die Marke „José L.Piedra“ war lange Zeit die berühmteste Inlandsmarke, bevor sie später auch auf dem amerikanischen Markt Fuß fasste. Auch José L. Piedra II. stellte sein Leben ganz in den Dienst seines Familienbetriebes, war in der Fabrik bis in die frühen Morgenstunden, kontrollierte alles und gönnte sich keine Ruhe. Als José Lamadrid Piedra II. im Jahr 1942 noch relativ jung an Jahren starb, ergab die Autopsie, dass sein Körper so alt wie der eines 80jährigen zu sein schien.

1925 verlegte man die Manufaktur in die Region Camajuaní, um möglichst nah an den jeweiligen Tabakanbaugebieten zu sein und behielt diesen Standort etwa 10 Jahre bei. Danach, 1936, zog die Fabrik noch näher an Pinar del Rio heran, erst nach Alquízar, kurze Zeit später nach Guanajay. Die Geschäftsleitung allerdings blieb in Havanna, in der Calle Rayo No. 31. Im Export-Register von 1940 ist die Marke „José L.Piedra“ neben einer weiteren Marke, „Ovalo Rojo“, eingetragen. Die Firmenadresse der Geschäftsleitung befand sich zu diesem Zeitpunkt in Havanna, auf der Avenida Simon Bolívar No.404. Im Jahr 1950 wurde auch die Produktion nach Havanna verlegt, in den Stadtbezirk Marianao auf die Avenida 57 No. 13402.

Im Jahr 1942 hatte José Lamadrid Piedra III. das Geschäft übernommen. Die Zigarren dieser Marke waren besonders in Amerika sehr beliebt. Auch nach der Revolution war der amerikanische Markt Hauptabnehmer dieser Marke. Elf verschiedene Formate wurden gefertigt. Nach Erlass des Embargos im Jahr 1962 brach der Absatz natürlich abrupt ein. In einem Katalog von 1972 finden sich lediglich drei Formate dieser Marke, 1980 gar nur noch eines. In den frühen 90er Jahren wurde die Produktion ganz eingestellt.

Seit dem Jahr 1996 gibt es erneut Zigarren der Marke „José L.Piedra“, als von Hand gefertigte Shortfiller (auf Spanisch: „tripa corta“). Geschnittene Blattreste werden dabei von Hand mit Hilfe einer Matte in das Umblatt eingewickelt. Das Deckblatt wird anschließend von Hand aufgebracht, wie das auch bei Longfiller-Zigarren üblich ist. Neben „Quintero“ ist „José L.Piedra“ heute die einzige Marke, für die Tabake aus der Vuelta Arriba und nicht aus dem Haupttabakanbaugebiet Vuelta Abajo verwendet werden.

Die Marke José L.Piedra steht heute für preiswerte Habanos für den unkomplizierten Genuss. Alle Formate sind in Karton-Etuis mit 5 Stück und in Karton-Schachteln gebündelt mit 25 Stück erhältlich. Die Zigarren sind als mittelkräftig bis kräftig einzuordnen.

Derzeit gibt es die folgenden vier Formate:

  1. Brevas (133 mm x Ringmaß 42)
  2. Cazadores (152 mm x Ringmaß 43)
  3. Conservas (140 mm x Ringmaß 44)
  4. Petit Cazadores (105 mm x 43)

Ein neues Format sollt noch in diesem Jahr auf den Markt kommen: es heißt „Petit Caballeros“ und wird mit einem Ringmaß von 48 die José L.Piedra mit dem größten Durchmesser sein. Die Länge soll 120 mm betragen.